Wenn wir ein Standartprofil eines SAHS-Patienten erstellen muessten, wuerden wir einen Mann mittleren Alters, zwischen 40 und 65 Jahren beschreiben, Gewohnheitsschnarcher ( mit ausgiebigem medizinischen Verlauf des Schnarchens, welches normalerweise schon in der Kindheit beginnt), uebergewichtig, erhoehtem Blutdruck und der eine ausserordentliche Uebermuedung am Tage aufweist. Generell ist der Apnoe-Patient ein uebergewichtiger Mann, auch wenn dies kein Ausschlusscharakter darstellt und die Pathologie sich auch in Frauen, vor allem in den Wechseljahren, und in jungen Maennern mit und ohne Gewichtsproblemen zeigt. Die klinischen Erscheinungsformen des Syndroms sind das Ergebniss der Interaktion verschiedener anatomischer, neuronaler und genetischer Faktoren, die in der Entwicklung der Pathologie konvergieren.
Uebergewicht
Uebergewicht ist eines der Hauptfaktoren des SAHS-Risikos, aber es ist auch die einzige reversible Einheit. Ein BMI ueber 28kg/m² ist die am staerksten anrtopometrische Bezeichnung, die mit den Schlafstoerungen in Verbindung steht. Das Gewichtsuebermass zeigt sich in 60-90% der SAHS-Patienten. Uebergewicht und die Fettverteilung sind Risikofaktoren, die zu respiratorischen Stoerungen fuehren. Bauchumfang, Fettspeicher in den Pharynxwaenden und der Halsumfang sind Daten, die bei der SAHS Diagnose beachtet werden muessen. Diese Verknuepfung zeigt sich darin, dass sich viele Patienten mit hohem AHI nach Reduktion des Gewichts besser fuehlen. Die SAHS-Uebergewicht-Beziehung ist gerechtfertigt, da bei Erhoehung des Halsumfangs mit oertlichen Fettreserven die Permeabilitaet in den OA und auch das Lungenvolumen in uebergewichtigen Personen verringert wird.
BMI: aktuelles Gewicht/Groesse²( in Metern). Zwischen 25 und 30 wird als Uebergewicht bewertet. Zwischen 30 und 35 wird als “leicht uebergewichtig” bezeichnet oder ersten Grades. Zwischen 35 und 40 wird als “mittleres Uebergewicht” oder zweiten Grades und ueber 40 als “schwer uebergewichtig” oder dritten Grades benannt. Die Schwellenwerte unter 20 weisen auf Untergewicht hin. Der ideale Index liegt deshalb bei 20 und 25kg/m².
Geschlecht
Die mehrheitliche Praevalenz bei Maennern ist bei den epidemiologischen Studien des SAHS stets konstant und es wurde festgesetzt, dass die Beziehung Mann Frau bei ungefaehr 3:1 liegt. Diese Prozentzahlen beinhalten, dass mit dem Alter die Inzidenz des SAHS bei Frauen in den Wechseljahren dem der Maenner aehnlich ist. Das erhoehte Vorkommen bei Maennern SAHS zu entwickeln hat keine eindeutige Erklaerung, insbesondere aufgrund des klinischen Unwissens, dass die Physiopathologie dieses Syndroms mit sich bringt. Anatomisch gesehen, haben Frauen einen weniger langen Pharynx als Maenner und entwickeln wiederum 3 mal weniger das SAHS als Maenner. Auf der anderen Seite zeigt sich in den Bilddarstellungen der Studien, dass Maenner auch weitaus mehr Fettreserven in den OA besitzen. Zurzeit gibt es noch keine genuegende Bibliografie, die die Unterschiede in der Geschlechterrolle rechfertigt.
Alter
Es gibt epidemiologische Beweise, dass die Praesenz von Respirationsstoerungen in aelteren Personen weitaus haeufiger ist, als bei Jugendlichen oder Personen mittleren Alters. Die SAHS Frequenz steigt auch signifikant ab dem 65 Lebensjahr.
Genetische Familienkomponente, familiaere Verknuepfung
Studien ueber die Einflussnahme der familiaeren Komponente bei Schlafstoerungen haben eine sich steigernde Relevanz mit den kuerzlich veroeffentlichen Studien aufgezeigt. Die Festlegung aufgrund des Erbguts wurde von Redline et al. 1995 behandelt, man fand herraus, dass das Risiko fuer Atemstoerungen in Familien mit bereits vorkommenden Respirationsproblemen 2 bis 4 mal hoeher ist. Auch die klinischen SAHS-Verlaeufe reflektieren eine familiaere Vorgeschichte und Assoziation in einer grossen Zahl von Patienten.
Andere Krankheiten
Es gibt Krankheiten, die klinisch mit dem SAHS-Aufkommen in Zusammenhang stehen, wie die Niereninsuffizienz oder metabolische oder endokrine Stoerungen, wie die Akromegalie, die Hypothyreose oder Diabetes Typ II.
Gifte und Pharmazeutika
Alkohol spielt bei dem SAHS eine wichtige Rolle, die Alkoholeinnahme vor dem Schlafengehen steigert die Anzahl an respiratorischen Erscheinungen (Apnoe und Hypopnoe) bei “Schnarchern” und bei SAHS-Patienten. Es gibt Beweise, die zeigen , das viele Pharmazeutika, wie Beruhigungsmittel oder Barbiturate das Auftreten von Apnoe steigern, dies gilt auch fuer Tabak und andere Substanzen die die Mukosa der OA irritieren.
Position des Kopfes und des Halses
Die Koerperposition waehren des Schlafs ist fuer den Durchmesser der OA bezeichnend. Die Rueckenlage provoziert eine Reduktion des Radius der OA und eine Verlagerung der oralen Atmung. Wenn die Patienten in Rueckenlage schlafen werden Zunge und der weiche Gaumen so verlagert, dass der Durchmesser der oberen Atemwege verringert wird. Die Veraenderungen der Beugung im Hals modifizieren die Position des Zungenbeins, welcher nach hinten geschoben wird und so Veraenderungen im Atemwiderstand hervorruft. In gesunden Personen kann diese Position des Zungenbeins der Grund fuer gelegentliche Apnoe und schon entwickeltes SAHS sein, welches hierdurch verschlimmert wird.
Posturologie: Der Haltungs- und neuromuskulaere Gleichgewichtsaspekt des Kopfes, des Rueckgrates, der Huefte, der unteren Extremitaeten und der Fussstellung ist innig verbunden mit der Masseter- und Verschlussfunktion und ist nicht ausser Acht zu lassen, da die Veraenderungen in der Halsbeuge verschiedene Positionen des Zungenbeins generieren und so Veraenderungen auch bezueglich des Widerstandes des Atemflusses im Pharynx herbeifuehren. Die mandibulare Artikulation mit dem Kranium dient dazu, dass der Koerper eine adaequate Position einnimmt und ist eine der wichtigsten Faktoren zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Wenn dieses Gleichgewicht gestoert wird, wird die mandibulaere Condyle eine andere Position in der Gelenkpfannenhoele als zur ueblichen einnehmen.
Atmung durch den Mund
Die nasale Atmung ist die geeigneteste und jegliche Veraenderung seines Gebrauchs kann allergische Probleme, wie Heuschnupfen, Verlagerung der Nasenscheidewand, Hypertrophie der Mandeln, nasale Verstopfungen und Polypen hervorrufen und so den Patienten zu oraler Respiration zwingen, was die Vorstufe zum Kollaps sein kann. Der offene Mund laesst die dilatatorischen pharyngeaelen Muskeln in Aktion treten, die verkuerzt werden und eine Verminderung der Muskelkraft generiert wird.
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