Der Begriff der chronischen Rhonchopathie (CR), von Chouard et al. 1986 gepraegt, liegt in drei klinischen Formen derselben Krankheit vor, welche als Hauptnenner das Schnarchen gemeinsam haben, aber verschiedene klinische Nachwirkungen mit sich ziehen: einfaches Schnarchen (ES), Syndrom der erhoehten Resistenz der oberen Atemwege (UARS) und das Schlafapnoe- Syndrom (OSAS). Aktuell werden die relevanten Atemstoerungen mit einbezogen in die von vielen Autoren sogenannten “ obstruktiven respiratorischen Stoerungen waehrend des Schlafs” , die die Variaetaet der pathologischen Manifestationen zusammenfassen, vom einfachen Schnarchen bis zu den ernsteren Faellen des OSAS. Die aktuelle Tendenz ist, die obstruktiven Respirationsstoerungen wie eine unaufloesbare Kategorie anzusehen, mit verschiedenen klinischen Manifestationen, aber einer gemeinsamen Etiopathie, dem Anstieg des Widerstandes der oberen Atemwege (UAR). Die Stoerungen zeigen eine evolutionaere Physiopathologie auf, abhaengig vom Schweregrad und hinsichtlich der Zahnbeschaffenheit haben sie die gleichen Behandlungsmoeglichkeiten, d. h. Behandlung durch die intraorale Apparatur. Die obstruktiven Respirationsstoerungen koennen begrifflich definiert werden als eine klinische Entwicklung, die primaeres Schnarchen, welches relativ harmlos ist, mit zusammenfasst und wo es kaum zu einer Resistenz des Luftdurchganges der oberen Atemwege kommt. Das Syndrom der erhoehten Respirationsstoerungen wird als ein Zwischenstadium definiert; Dort wo der voellige Verschluss stattfindet, zeigt das Schlafapnoe- Syndrom (OSAS) als Resultat alternierende Gasvolumina auf (Hypoxie und Hyperkapnie) und naechtliche bzw. taegliche Symptome, die mit ausgiebigen Kompromissen der Gesundheit einhergehen.

Mit den aktuell zur Verfuegung stehenden Informationen, sollte die Rhonchopathie als eine Krankheit verschiedenen Ausmasses angesehen werden, aber niemals als ein normales Geschehen oder gar in Verbindung stehen mit erholsamem Schlaf, da dieser Gedanke waehrend der letzten Jahrhunderte in der allgemeinen Vorstellung praesent war. Diese Gutmuetigkeit, die epochenlang dem Phaenomen des Schnarchens anhaftete, hat unzaehlige Reflexionen in der universellen Literatur; “ Joe, der Dicke” an stetiger Schlaefrigkeit leidende Dienstbote von Charles Dickens in “ die Pickwickier” (1837), oder der rote Koenig aus “ Alice hinter den Spiegeln”, den Lewis Carroll so beschrieb:
“Aber als sie das sagte hielt sie inne, etwas alarmierendes hoerend, etwas, das so klang wie das Schnauben einer grossen Lokomotive im tiefen Wald, obwohl Alicia wirklich alles fuerchtet was von irgendeiner wuetenden Bestie handelt. Wie aus Zufall fragte sie schuechtern: Gibt es hier in der Naehe Loewen oder Tiger? –Asked timidly. –Nein, es handelt sich vielmehr um den roten Koenig, der schnarcht,– erklaerte Tweedledee, er schnarcht so laut, als wuerde dir der Kopf wegfliegen bei jedem neuen schnarchen“.
Vieleicht das am repraesentativste und zumal das meisst zitierteste Beispiel waere wohl folgende Szene von “Don Quijote”, die bis zur Perfektion die krankhafte Assoziation zwischen Schnarchen und behaglichem Schlaf aufzeigt:
“Kaum das die weisse Aurora dem strahlenden Febo, mit Eifer seiner gluehenden Strahlen und den fluessigen Perlen seines goldenen Haares, Platz machte, als Don Quijote die Schwerfaelligkeit seiner Kumpanen betonend, sich aufstellte und seinen Knappen Sancho, der immer noch schnarchte, rief; Dies von Quijote gesehen, sagte er ihm, noch bevor er aufstand: “ Oh du, Gluecklicher, als so viele, die auf der Erde leben, ohne Neid zu haben noch neidisch zu sein, schlaefst mit friedlicher Seele, es folgen dir weder Zauberer, noch erschrecken dich Zauberei.”
Die den Schlaf betreffenden Referenzen in einem Klassiker wie dem Don Quijote wurden analysiert und auf wissenschaftlichem Terrain mit vielen Studien ueber das cervantische Werk erschlossen, dabei darstellend wie eine warnende und ausfuehrliche Abhandlung ueber medizinische Beschreibungen jeglicher Art. Eine der interessantesten Arbeiten zeigt Iranzo, ueber die Unregelmaessigkeiten des Schlafs in “El Quijote”. Nach den Autoren involvierte Cervantes meissterhafte Beschreibungen verschiedener Schlafstoerungen wie Schlaflosigkeit, die negativen Effekte des Schlafentzugs, Schnarchen oder der fortgeschrittenen Rhonchopathie und beweist damit sein profundes Wissen ueber die Medizin.
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